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 08.09.2010, 04:04

Kommunistin kandidiert in Montevideo

   


Basiskomitee schlug Ana Olivera für den Posten in Uruguays Hauptstadt vor
Ana Olivera (rechts)

Die Linkspartei Frente Amplio (Breite Front) stellt erstmals eine Frau für die Bürgermeisterwahlen in der Hauptstadt Uruguays, Montevideo, auf. Ana Olivera von der Kommunistischen Partei Uruguays setzte sich am Freitag gegen ihre männlichen Mitbewerber Daniel Martínez (Sozialistische Partei) und Carlos Varela (Asamblea Uruguay) durch. Auf der Delegiertenkonferenz setzte sie sich im dritten Wahldurchgang mit 92 von 111 Stimmen durch. Mitbewerber Varela hatte seine Kandidatur zuvor zurückgezogen.

Dem Sieg Oliveras waren wochenlange, parteiinterne Diskussionen vorausgegangen. Dabei zeichnete sich zunächst ein Zweikampf zwischen Martínez, dem ehemaligen Industrieminister, und dem Abgeordneten Varela ab. Erst am Dienstag war die Kommunistin Olivera auf einer ersten Delegiertenversammlung von einem Basiskomitee überraschend aufgestellt worden. Sie erreichte nur knapp das erforderliche Drittel der Stimmen. Im Laufe der Woche sagten weitere Teile der des Linksbündnisses Frente Amplio der 53-Jährigen ihre Unterstützung zu, unter anderem die Partei des zukünftigen Regierungschefs José Mujica.

Ana Olivera arbeite bisher in der Verwaltung der Hauptstadt, seit 2005 war sie Staatssekretärin im Sozialministerium. Die 53-Jährige war eigentlich bereits für den Posten der Sozialministerin der kommenden Regierung vorgesehen, umso überraschender kam daher ihre Kandidatur. Sie scheint einen Kompromiss für die unterschiedlichen Strömungen des Bündnisses darzustellen. An der Basis herrscht Erleichterung: Das seit Jahrzehnten geltende Prinzip "Ein Programm, ein Kandidat" wurde nicht verletzt.

Seit 1990 wird Montevideo, in dem rund die Hälfte aller Uruguayer lebt, von der Frente Amplio regiert. Damaliger Bürgermeister war der scheidende Präsident Tabaré Vázquez. Der bisherige Bürgermeister Ricardo Ehrlich wird im zukünftigen Kabinett das Amt des Bildungsministers bekleiden. Im Mai finden in allen 19 Verwaltungsbezirken Uruguays Regionalwahlen statt.

Von Steffen Lehnert, Montevideo
amerika21.de




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